Onlineshops – Zoll und Einfuhrumsatzsteuer

Alternativ zu den deutschen Onlineshops gibt es natürlich auch die Möglichkeit auf die Vielzahl an europäischen und amerikanischen Onlineshops zurückzugreifen. Diese haben ebenso wie die deutschen Onlineshops zahlreiche Rabattaktionen mit Promotioncodes & Coupons sowie Schlussverkäufe, durch die man das ein oder andere Produkt vergleichsweise günstiger erstehen kann. Unabhängig davon, kann sich der Einkauf in diesen Onlineshops manchmal schon aufgrund des Wechselkurses lohnen.

Während für Bestellungen, die aus dem EU Gebiet geliefert werden, neben den Versandkosten in der Regel keine weiteren Gebühren anfallen (http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Post-Internet/Sendungen-innerhalb-der-EU/sendungen-innerhalb-der-eu_node.html), sollte man bei allen anderen Bestellungen, die aus Nicht-EU-Staaten versendet werden, je nach Warenwert die Einfuhrumsatzsteuer (EUst) in Höhe von 19 Prozent und den zu bestimmenden Zollsatz mit einkalkulieren (http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Post-Internet/Sendungen-aus-einem-Nicht-EU-Staat/sendungen-aus-einem-nicht-eu-staat_node.html).

Dabei sollte man bei Onlineshop-Bestellungen, die aus Nicht-EU-Staaten versendet werden, folgendes beachten:

Alle Warensendungen, deren Gesamtwert einen Betrag von 22 Euro nicht übersteigt sind einfuhrabgabenfrei. Das bedeutet sie unterliegen keinem Zoll und keiner Einfuhrumsatzsteuer.

Liegt der Warenwert zwischen 22 Euro und 150 Euro sind die Sendungen zwar zollfrei, aber nicht frei von Einfuhrumsatzsteuer. Der Einfuhrumsatzsteuersatz beträgt zurzeit 19 Prozent, für einige Waren – wie beispielsweise Lebensmittel oder Bücher – gilt ein ermäßigter Steuersatz von 7 Prozent. In die Berechnung der Bemessungsgrundlage für Zollabgaben und die Einfuhrumsatzsteuer werden auch die für die Bestellung angefallenen Lieferkosten einbezogen.

Für Bestellungen, die einen Warenwert von 150,00 Euro überschreiten, fällt neben der Einfuhrumsatzsteuer noch eine Zollabgabe an. Der zu zahlende Zollbetrag ergibt sich aus dem Zollwert der Ware und dem entsprechenden Zollsatz. Die Höhe der Zollabgabe hängt nicht allein vom Warenwert, sondern auch von der Art und Beschaffenheit der Waren ab und beträgt beispielsweise für Bekleidung aus Textilien 12 und aus Leder 4 Prozent, für Schuhe aus Leder 8 und aus einem anderem Obermaterial 17 Prozent sowie für Gold- und Silberschmuck 2,5 Prozent (siehe hierzu Brüsseler Tarifdatenbank “TARIC”, http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/ATLAS/Zolltarif/zolltarif_node.html).

Fall 1: Warenwert < 150 Euro


Beispielrechnung für eine Bestellung einer Jeans aus den USA:

Bestellwert = 150 USD (gemäß Wechselkurs vom 27.06.12 entspricht das ca. 120 €)
Versandkosten = 20 USD (gemäß Wechselkurs vom 27.06.12 entspricht das ca. 16 €)
= Warenwert i. H. v. 136 €

136 € < 150 €, da der Warenwert unter 150 € liegt, fällt nur die Einfuhrumsatzsteuer i. H. v. 19 % an.

Einfuhrumsatzsteuer = 136 € (Warenwert) x 0,19 (Einfuhrumsatzsteuersatz) = 25,84 €

Die Einfuhrumsatzsteuer ist entweder bei Lieferung direkt an den Paketboten oder aber am Zollamt zu bezahlen.

Demnach liegen die Gesamtkosten für die bestellte Ware aus Kundensicht bei 161,84 €.

Fall 2: Warenwert > 150 Euro


Beispielrechnung für eine Bestellung einer Jeans aus den USA:

Bestellwert = 200 USD (gemäß Wechselkurs vom 27.06.12 entspricht das ca. 160 €)
Versandkosten = 20 USD (gemäß Wechselkurs vom 27.06.12 entspricht das ca. 16 €)
= Warenwert i. H. v. 176 €

176 € > 150 €, da der Warenwert über 150 € liegt, fallen neben der Einfuhrumsatzsteuer i. H. v. 19 %  auch Zollgebühren an. Diese betragen für Bekleidung aus Textilien 12 %.

Zollgebühren = 176 € (Warenwert) x 0,12 (Zollsatz) = 21,12 €
Einfuhrumsatzsteuer = 176 € (Warenwert) x 0,19 (Einfuhrumsatzsteuersatz) = 33,44 €

Die Einfuhrumsatzsteuer und die Zollgebühren i. H. v. 54,56 € sind entweder bei Lieferung direkt an den Paketboten oder aber bei Abholung im Zollamt zu bezahlen.

Demnach liegen die Gesamtkosten für die bestellte Ware aus Kundensicht bei 230,56 €.

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